08.01.2018

Nachruf auf Reinhold Kuliga

Mit Reinhold Kuliga hat der Kirchenchor Dorfen einen aktiven Sänger mitten aus seinen Reihen verloren. Besonders bewusst wird uns das, wenn wir bedenken, dass er noch im Sommer zu den Anfangsproben für das Konzert, das nun am 2. Weihnachtsfeiertag hier stattgefunden hat, fleißig erschienen ist.
Er war ein Freund der wohlklingenden Musik, aber auch offen für Neues und Modernes. So fasste er in seiner herzerfrischend ehrlichen Weise so manches moderne Werk mit gehobenem Anspruch treffend mit dem Ausspruch zusammen:
„Des is scho a verreckte Harmonie“. Um so eifriger war Reinhold dann beim Proben dabei, sich die ungewohnten Akkorde ins Gehör zu bringen.

Mit großer Freude hat er in seiner 45-jährigen Dorfener Chormitgliedschaft an unzähligen Konzerten mitgewirkt. Doch sein Sängerdasein reicht sogar noch weiter zurück: Vor seinem Zuzug nach Dorfen und dem Eintritt in den Dorfener Kirchenchor 1972 war Reinhold als „Pionier“ in der Erstbesetzung einer Chorschola in Erding aktiv, in der er die Liebe zur Chormusik entdeckte.

In seiner langjährigen Chorzeit hat Reinhold den Kirchenchor nicht nur mit Gesang unterstützt, sondern hat auch hier – wie schon von den Vorrednern ausgeführt – seine praktische Veranlagung eingebracht, um zu helfen und anzupacken. Reinhold war ein Macher. Seine Aktivitäten erstreckten sich über ein breites Spektrum:
von Vorschlägen zur Liedauswahl für Konzerte und Programmgestaltung bis hin zu organisatorischen Aufgaben rund um die Konzerte – ob „Heimspiele“ in der Kirche oder Großkonzerte in der Dreifach-Turnhalle, wofür sein Organisationstalent unverzichtbar war.
Bei so viel Überblick, Blick für das Wesentliche und Auslotung der Möglichkeiten überrascht es nicht, dass Reinhold im Jahr 2004 maßgeblich die Gründung des Cäcilienvereins Maria Dorfen e. V. zur Förderung der Kirchenmusik und damit des Kirchenchores vorangetrieben hat. Aufgrund seiner bereits bestehenden, vielfältigen Engagements in kultureller, kulturell-humoristischer und politischer Art verzichtete Reinhold darauf, den 1. Vorsitz des Cäcilienvereins zu übernehmen. Stattdessen stand er uns dankenswerterweise als 2. Vorstand mit Rat und Tat zur Seite und betätigte sich zudem als unser Archivar. Neben wertvollen Impulsen und Anregungen bereicherte er die Vorstandsarbeit abermals mit seiner Gabe der Organisation. Sein Mitwirken war weder von den vorhin genannten Konzertvorbereitungen und -durchführungen wegzudenken noch vom alljährlichen Sommerfest des Chores. Selbst die Ziele der Chorausflüge und deren detaillierte zeitliche Planungen trugen Reinholds Handschrift. Auch dieses Jahr hat er wie üblich alles perfekt in die Wege geleitet, konnte dann aber überraschend wegen erster Anzeichen seiner Erkrankung nicht teilnehmen. Im Nachhinein müssen wir feststellen, dass er uns damit ein großes Abschiedsgeschenk gemacht hat.
Selbst noch im Herbst, als die beunruhigende Diagnose bereits bekannt war, hat er eifrig an der Organisation des Kirchenkonzerts am 2. Weihnachtsfeiertag mitgearbeitet, obwohl er sich nicht mehr in der Lage sah mitzusingen, wohl aber die Hoffnung hegte, das Konzert anhören zu können.

Das Wohl des Kirchenchores und des Cäcilienvereins lagen Reinhold bis zuletzt am Herzen. In tiefer Dankbarkeit für sein unermüdliches und nachhaltiges Wirken nehmen Kirchenchor und Cäcilienverein Maria Dorfen Abschied von Reinhold Kuliga.

Ernst Bartmann, Leiter des Kirchenchores
Arnold Holler, Vorsitzender des Cäcilienvereins


 

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